Workshop Actionfotografie

Zugegeben: was die Pioniere der Geschwindigkeitsfotografie im auslaufenden 19. Jahrhundert leisteten war beachtlich. Bis dahin war es nicht gelungen, schnelle Bewegungen fotografisch einzufrieren – mit modernem Fotoequipment ist das heutzutage problemlos möglich. 

Diese im Grunde optimalen technischen Voraussetzungen tragen jedoch dazu bei, dass Bewegung an sich nicht wiedergegeben werden kann, die Dynamik des Moments geht verloren. Für erfolgreiche Actionfotografie kann festgehalten werden: Neben der Wahl des richtigen Blickwinkels muss vor allem der richtigen (nicht zu kurzen) Verschlusszeit Aufmerksamkeit geschenkt werden. Folgende Richtwerte können festgehalten werden: 

- Lichtspuren bei Nacht: 2 - 1/4 sek

- Passanten: 1/4 - 1/30 sek

- Radfahrer, Sprinter usw.: 1/30 - 1/125 sek

- Motorsportfotografie: 1/60 - 1/250 sek

Bedeutende Disziplin der Actionfotografie ist das sog. Mitziehen, also das Verfolgen des bewegten Motivs mit der Kamera während der Belichtung. Diese Technik hat das Ziel, das Hauptmotiv (mehr oder weniger) scharf einzufangen, während die Umwelt verwischt wiedergegeben wird. Dadurch wird einerseits Geschwindigkeit unmittelbar sichtbar gemacht, andererseits findet so auch eine Fokussierung der zentralen Bereiche des Fotos statt.

Folgende fotografische Grundregeln sollten darüber hinaus im Sinne gelungener Actionfotografie beachtet werden:

Verknüpfen Sie die im Foto dargestellte Bewegung mit einer interessanten, gerne auch ausgefallenen Perspektive! Kommen Sie dem Motiv möglichst nahe – soll heißen: nicht immer nur zoomen, sondern bewusst auf das Motiv zugehen.

Wie oben dargestellt ist die Wahl der Belichtungszeit zentraler Stellhebel der Actionfotografie. Trotzdem muss auch der Wahl der Blende Beachtung geschenkt werden: eine große Blende macht den Hintergrund unscharf und betont somit das fokussierte Motiv. Vorsicht ist geboten bei der Kombination von großen Blenden (also 5,6 – 2,8) und Zoomen (100 mm und darüber): die Tiefenunschärfe nimmt schnell in einem Maße zu, das dem Motiv häufig nicht gerecht wird. Während in der Portraitfotografie Schärfenuntiefen im Zentimeterbereich gewollt sein können, sollte beispielsweise ein von vorn fotografiertes Auto mindestens bis auf Höhe des Fahrers scharf sein.

Bei großem Zoom zudem generell die Gefahr des Verwackelns auch bei kuren Verschlusszeiten beachten!